Batteriespeicher › Peak Shaving

Peak Shaving: Lastspitzen kappen mit Batteriespeicher

Bei Betrieben mit registrierender Leistungsmessung (RLM) richtet sich der Leistungspreis meist nach der höchsten Viertelstunde im Abrechnungsjahr. Eine einzige Spitze, etwa wenn morgens mehrere Maschinen gleichzeitig anlaufen, bestimmt so die Netzentgelte für zwölf Monate.

Ein Batteriespeicher hält den Netzbezug unter einem festgelegten Grenzwert. Steigt die Last darüber, liefert der Speicher die fehlende Leistung. In ruhigen Phasen lädt er wieder nach.

Lastgang prüfen lassen Leistungsturbo bei kleinem Netzanschluss

So funktioniert Peak Shaving

Grenzwert0 Uhr12 Uhr24 UhrLeistungSpitze, die der Speicher liefertNetzbezugLast des Betriebs
Vereinfachte Darstellung. Oberhalb des Grenzwerts liefert der Speicher, unterhalb lädt er nach.

Die Steuerung misst den Netzbezug laufend am Netzanschlusspunkt. Liegt er über dem Grenzwert, entlädt der Speicher und deckt die Differenz. Liegt er darunter, lädt der Speicher aus dem Netz oder aus PV-Überschuss nach, ohne den Grenzwert zu überschreiten.

Bei den SCHMACHTL-Speichern ist Peak Shaving eine Standardfunktion der Steuerung. Sie brauchen dafür kein zusätzliches Energiemanagementsystem und zahlen keine Lizenzgebühren.

Für Peak Shaving zählt vor allem die Leistung des Speichers in kW. Die Kapazität in kWh bestimmt, wie lange er eine Spitze abdecken kann. Breite Spitzen über mehrere Stunden brauchen deshalb mehr Kapazität als kurze Anlaufspitzen.

Leistungsturbo bei kleinem Netzanschluss

SCHMACHTL EStore Batteriespeicher in einer Einhausung
Bild: SCHMACHTL

Manchmal ist nicht der Leistungspreis das Problem, sondern der Netzanschluss selbst. Ein Ladepark, eine neue Maschine oder eine Wärmepumpe brauchen mehr Leistung, als der Anschluss hergibt. Ein Ausbau dauert oft lange und kostet viel.

Der Speicher lädt dann mit der Leistung, die der Anschluss hergibt, und gibt sie bei Bedarf gebündelt wieder ab. So lassen sich zum Beispiel zwei DC-Schnelllader an einem Anschluss betreiben, der für einen allein nicht reichen würde.

Aus der Praxis

Ladestationen an einer Bankfiliale

Die Ladestationen sollten schneller laden, der Netzanschluss gab aber nur 20 kW her. Ein EStore lädt mit 20 kW und entlädt mit 100 kW. Das ergibt fünfmal so viel Ladeleistung und fünfmal so viele Fahrzeugladungen, ohne neuen Netzanschluss. Umfang: Lieferung, Inbetriebnahme und Wartungsvertrag.

Peak Shaving und Stromhandel kombinieren

Ein Speicher für Peak Shaving wird an wenigen Tagen im Jahr wirklich gebraucht, meist für kurze Spitzen. Den Rest der Zeit steht ein Großteil seiner Kapazität still. Genau diese freie Kapazität lässt sich am Strommarkt einsetzen: laden, wenn Strom günstig ist, und entladen oder selbst nutzen, wenn die Preise steigen.

So teilt sich der Speicher die Aufgaben

  • Reserve für Lastspitzen: Ein festgelegter Teil der Kapazität bleibt immer für Peak Shaving reserviert. Die Kappung Ihrer Jahreshöchstlast hat Vorrang.
  • Arbitrage mit der freien Kapazität: Laden bei niedrigen und Entladen bei hohen Preisen am Day-Ahead- und Intraday-Markt.
  • Optimierter Einkauf: Mit dynamischem Tarif lädt der Speicher in den günstigsten Stunden und senkt Ihre Bezugskosten.
  • Solarstrom verschieben: Bei negativen Preisen wird PV-Strom gespeichert statt eingespeist und später genutzt oder zu besseren Preisen vermarktet.

Ein Algorithmus vergleicht die Strategien laufend und wählt die jeweils wirtschaftlichste, ohne die Reserve für Peak Shaving anzutasten. Die Vermarktung übernimmt ein spezialisierter Partner. Unsere Systeme sind kompatibel mit allen gängigen Vermarktern.

Neu seit Oktober 2026: gemischte Speichernutzung (MiSpeL)

Bisher war es schwierig, einen Speicher sowohl mit eigenem PV-Strom als auch mit Netzstrom zu laden, ohne Förderansprüche oder Entlastungen zu verlieren. Mit der Festlegung der Bundesnetzagentur zur gemischten Speichernutzung wird genau diese Kombination möglich. Gespeicherter Grünstrom behält seinen Anspruch nach EEG, zwischengespeicherter Netzstrom wird bei Abgaben und Umlagen entlastet. Abgerechnet wird über eine Abgrenzungs- oder eine Pauschaloption. Die Netzbetreiber setzen die Prozesse schrittweise bis Herbst 2027 um. Wir prüfen mit Ihnen, welche Option zu Ihrem Standort passt.

Für wen sich Multi-Use lohnt

Interessant wird die Kombination für Betriebe mit Leistungsmessung und einem Speicher ab rund 100 kW. Als Faustregel gilt: den Speicher so groß planen, wie es der Netzanschluss zulässt. Was für Peak Shaving nicht gebraucht wird, arbeitet am Markt.

Multi-Use im Speicher-Check anfragen

Was wir für die Auslegung brauchen

  • Lastgang in Viertelstundenwerten, idealerweise über zwölf Monate. Sie erhalten ihn von Ihrem Netz- oder Messstellenbetreiber.
  • Strom- und Netzrechnung mit Leistungspreis und Jahreshöchstleistung.
  • Vorhandene oder geplante PV-Anlage mit Leistung und Wechselrichter.
  • Ihre Pläne, etwa Ladepunkte, Wärmepumpe oder eine neue Fertigungslinie.
  • Aufstellort innen oder außen, mit Zufahrt für Stapler oder Lkw.

Mit diesen Daten simulieren wir verschiedene Speichergrößen und Grenzwerte und zeigen Ihnen, welche Variante sich rechnet. Peak Shaving lässt sich dabei mit PV-Eigenverbrauch und Notstrom in einem Speicher kombinieren. Welche Systeme in Frage kommen, zeigt die Übersicht der Speichersysteme.

Häufige Fragen

Für wen lohnt sich Peak Shaving?
Am meisten bringt es bei hohem Leistungspreis und kurzen, seltenen Spitzen. Ob es sich bei Ihnen rechnet, zeigt die Simulation mit Ihrem Lastgang.

Was passiert, wenn der Speicher leer ist?
Dann bezieht der Betrieb die fehlende Leistung wie bisher aus dem Netz. Deshalb legen wir Grenzwert und Kapazität mit Reserve auf Ihren Lastgang aus.

Brauche ich ein Energiemanagementsystem?
Für Peak Shaving nicht, es ist Standardfunktion der Steuerung. Ein EMS lohnt sich, wenn zusätzlich Verbraucher geschaltet, Lasten abgeworfen oder mehrere Erzeuger koordiniert werden sollen.

Kann der Speicher später wachsen?
Ja. Bis zu zehn EStore lassen sich parallel betreiben, von 100 kW und 241 kWh bis 1 MW und 2,41 MWh.

Ihr Ansprechpartner: Thomas Thie

Thomas Thie kommt aus der Photovoltaik und den erneuerbaren Energien. Er legt Speicher so aus, dass sie zu Anlage, Lastprofil und Zielen passen.

Ob Schutz vor Blackouts, Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung, Leitungs-Turbo, Cyber Security nach NIS-2 oder reine Wirtschaftlichkeit: Thomas rechnet die Varianten durch, einzeln oder kombiniert. Lademanagement, USV, Wechselrichter und weitere Komponenten bezieht er auf Wunsch mit ein.

E-Mail: thie@huber-ing.de
Mobil: +49 160 990 591 76

#gernperdu

Anbieterkennzeichnung: Huber Battery Solutions GmbH & Co. KG, Mühleweg 5, 72800 Eningen unter Achalm, Impressum Huber Battery Solutions

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